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Künftig mehr Hitzewellen: Gefahr für Gesundheit steigt

MedUni Wien/ F. Matern

In den kommenden Jahren wird es häufiger zu Hitzewellen kommen, prognostiziert der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. Er plädiert für Verhaltensänderungen und Prävention zum Schutz von Umwelt und Gesundheit.

Hohe Temperaturen und längere, heiße Phasen wie in diesem Sommer werden in etwa 30 Jahren die Norm sein, warnt der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter vom Institut für Umwelthygiene der MedUni Wien: „Schon in 30 Jahren werden wir 15 solche Hitzewellen haben, also durchschnittlich mindestens 45 Tage mit über 30 Grad“

Derzeit gibt es im Schnitt jährlich „nur“ fünf Hitzewellen, also drei aufeinander folgende Tage mit mindestens 30 Grad.

Kinder und Alte besonders gefährdet

Hutter warnt vor den Folgen: schon die Steigerung der durchschnittlichen Temperatur um ein Grad Celsius führt zu einem Anstieg der Sterblichkeit um ein bis sechs Prozent. „Davon betroffen sind alle, auch jüngere, gesunde Menschen, aber natürlich vor allem Kleinkinder, ältere und geschwächte Personen“, so der Experte.

Vorsorgeprogramme nötig

Vor allem Menschen, die alt sind, alleine und sozial isoliert leben, seien schwer zu erreichen. Angesichts einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft könne dies künftig ein großes Problem darstellen. „Dafür müssen dringend Vorsorgeprogramme erarbeitet werden.“ Das zeigte auch eine vom österreichischen Klimafonds geförderte Studie („STOPHOT“), an der die MedUni Wien beteiligt war.

Verhaltensänderungen „zumutbar“

Die wichtigste Maßnahme ist die Verringerung des CO2-Ausstoßes durch Industrie, Haushalte, (Straßen-)Verkehr und Landwirtschaft (Stichwort Methan). Um den Klimawandel zu stoppen und nachfolgende Generationen zu schützen, seien Verhaltensänderungen nötig, die den Menschen jetzt durchaus „zumutbar sind“, betont Hutter.

Weniger Fleisch essen, mehr zu Fuß gehen

Selbst eine kleine Änderung der Ernährungsgewohnheiten wie weniger Fleisch zu essen, kann helfen. Beim Verkehr ist es ähnlich: Weniger motorisierter Individualverkehr bedeutet bessere Luft und gleichzeitig mehr körperliche Aktivität für den Einzelnen durch zu Fuß gehen oder Radfahren. „Das wären schon kleine aber entscheidende Schritte in die richtige Richtung“, so der Experte.

Intelligente Lösungen bei Stadtplanung gefragt

Gleichzeitig sollte sich die Gesellschaft schon jetzt für die kommenden Herausforderungen mit mehr Hitzewellen wappnen, rät der Umweltmediziner: „Die meisten baulichen Strukturen in Österreich sind nicht hitzetauglich. Das muss in Architektur und in Städteplanung viel stärker berücksichtigt werden.“ Verkehrsberuhigte Zonen, mehr Grün- und Wasserflächen sowie helle Farben und weniger Glasflächen seien nötig. Generell gehe es um „intelligente Lösungen“, nicht nur in der Städteplanung, auch beim Energiesparen oder bei Kühlsystemen in Häusern.

Arbeitsplätze vor Hitze schützen

Auch die Organisation von Arbeit an sich sollte überdacht werden. Hutter: „Schon jetzt sollte es Überlegungen geben, wie man Arbeitsplätze, die vermehrter Hitze ausgesetzt sind, künftig gestaltet und organisiert, wie etwa in einer Bäckerei oder Wäscherei oder etwa am Bau.“

Weiterführende Informationen

Wiener Hitzeratgeber

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